Aktuelles aus dem Sozialrecht

Auswirkungen der niedrigen Zinsen

Unter dem niedrigen Leitzins der Europäischen Zentralbank leiden besonders die Kleinsparer:

Mit den niedrigen Leitzinsen wird versucht die Geldpolitik zu steuern. Es soll ein Anreiz für die Banken sein, mehr Geld bei der Zentralbank zu ordern und zu investieren. Die niedrigen Zinsen sollen an die Bankkunden weitergegeben werden. Denn letztendlich ist das Ziel die vermehrte Kreditaufnahme und die Investition. Doch so richtig will die Rechnung nicht aufgehen.

Auf der einen Seite ist es günstig, einen Kredit aufzunehmen – aber auf der anderen Seite werden auf Bankguthaben auch nur geringe Zinsen gezahlt. Folglich profitiert derjenige, der Schulden besitzt, da er weniger Zinsen zahlen muss. Im Nachteil ist dagegen der Sparer, der fleißig Geld gespart hat, da er aufgrund der Niedrigzinsen sein finanzielles Polster nicht wirklich vergrößern kann. So trifft die Niedrigzinspolitik genau die Mittelschicht und verstärkt dadurch noch die soziale Ungerechtigkeit. Diese Menschen haben zwar etwas Geld auf dem Sparkonto, aber nicht in der Höhe, dass sich eine Kapitalanlage in Aktien lohnt. Außerdem scheuen sie das Risiko eines Verlustes. Deshalb wird das Geld dem Bankkonto anvertraut und eher die niedrigen Zinsen in Kauf genommen. Aber auch hier könnte es zu einem Verlustgeschäft kommen, wenn zusätzlich noch die Inflationsrate steigt.

Im Falle der reicheren Gesellschaftsschicht bestehen alternative Möglichkeiten zu einem schlichten Girokonto als „Parkplatz“ für das Vermögen. Hier wird das Kapital u.a. in den Aktienhandel investiert und unter den verschiedensten Finanzgeschäften aufgeteilt. Die steigenden Aktienkurse bei den niedrigen Zinsen haben sogar zu beachtlichen Gewinnen geführt. Mit genügend Kapital stehen einem bestimmte Anlagefonds offen, die einem kleinen Sparer aufgrund der nicht erreichten Mindestanlagesumme verschlossen bleiben. Bei den oberen Gesellschaftsschichten steigt außerdem der Prozentsatz von Beteiligungen an Unternehmen. Diese große Auswahl an Kapitalanlagemöglichkeiten führt dazu, dass die niedrigen Zinsen nur einen relativ geringen Einfluß auf das Vermögen der reichen Gesellschaftsschicht haben. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank trifft daher die Mittelschicht am stärksten. Sie hat die größten Einkommensverluste zu tragen.

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