Aktuelles aus dem Sozialrecht

Die Anziehungskraft des CFD Handels

Wer wenig Geld zur Verfügung hat, auf den wirkt die Anziehungskraft von risikoreichen Wertpapiergeschäften noch intensiver. Trotz des Inkrafttretens der Allgemeinverfügung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemäß § 4b Abs. 1 WpHG bezüglich sogenannter „Contracts For Difference“ (CFDs) ist ein Verlust des gesamten Vermögens immer noch möglich.

In dieser Allgemeinverfügung ist festgelegt, dass alle Verträge mit Privatkunden in Bezug auf den CFD Handel eine Nachschusspflicht ausschließen müssen. Stichtag für die Umsetzung der Beschränkung der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von CFDs im Sinne von § 2 Absatz 2 Nummer 3 WpHG war der 10. August 2017. Nach den Ausführungen der BaFin war der Grund dieser Verfügung, dass durch die starke Hebelwirkung für den Anleger ein besonders hohes Verlustrisiko bestanden hat bis hin zu einem Totalverlust. Betroffen kann das gesamte Vermögen sein, da der Verlust nicht auf einen bestimmten Kapitaleinsatz beschränkt ist. Vor Inkrafttreten der Verfügung der BaFin konnte den Anleger im schlimmsten Fall eine Nachschusspflicht treffen, damit der Verlust durch weiteres Anlegervermögen ausgeglichen werden konnte.

Attraktivität erhält der CFD Handel, weil er unkompliziert ist und schnell verstanden wird. Gesetzt wird auf steigende und auch auf fallende Kurse. Maßgebend ist die Kursentwicklung eines bestimmten Basiswerts, auf den außerbörslich spekuliert wird. Für diesen Vertrag zwischen zweier Parteien gibt es keine Kontraktgröße und keine normierte Laufzeit. Es wird frei verhandelt.

Aufgrund dieser freien Vertragsverhandlungen riskieren besonders Anfänger, nicht alle speziellen Konditionen genau verstanden zu haben. Daraus könne weitreichende Folgen erwachsen, wenn keine optimalen Anlageentscheidungen getroffen werden. U.A. werden deshalb unerfahrene Klein- und Privatanleger wegen des Verlustrisikos vor CFDs gewarnt von der europäischen Aufsichtsbehörde für Wertpapiere und Banken. Um diese Gefahr so gering wie möglich zu halten, wird Einsteigern ohne jegliche Vorkenntnis angeboten, unter regulierten Bedingungen den CFD Handel kennenzulernen: Mittels Software-Programmen für den Computer und hochentwickelten Apps, die eine reale CFD Simulation ermöglichen, beginnt der Neuling zu lernen. Die Vorgehensweisen beim CFD Handel wird geübt und die verschiedenen Strategien können ausprobiert werden. Erfahrungen beim Handel und das Verständnis für die Handelsdetails werden so gesammelt. Häufig werben die Anbieter mit Testmöglichkeiten. Ohne ein Risiko des Kapitalverlustes einzugehen, wird ein kostenlose Probe angeboten. Gefahrlos kann mit einem Demokonto der CFD Handel geübt werden. Die gesammelten Erfahrungen sind umso wertvoller für den späteren realen Handel, je genauer die Wirklichkeit nachgestellt wird. Aus diesen Gründen verwenden einige Anbieter genaue historische Echtzeit-Daten für die Übungen. Diese realen Bedingungen versetzen den Anfänger nach regelmäßigen Testdurchläufen in die Lage, seine Vorgehensweise im CFD Handel einzuschätzen. Unter Einsatz einer Simulation kann ein unerfahrener Trader seine bevorzugten Strategien testen und bewerten. Realistische Marktbedingungen tragen zur Sicherheit des Neulings im Umgang mit dem CFD Handel bei. Fehler bleiben in der Simulation ohne Folgen und falsche Entscheidungen ziehen keinen Totalverlust nach sich.

Beitragsarchiv