Gesetzliche Unfallversicherung – die wichtigsten Informationen

Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein wichtiger Teil des deutschen Sozialversicherungs-Systems. Jeder Arbeitgeber zahlt die Beiträge für seine Angestellten. Die Beitragshöhe ist abhängig davon, wie hoch die Unfallgefahr in den einzelnen Unternehmen ist und wie hoch die Versicherten für ihre Arbeit entlohnt werden. Dieser Versicherungsschutz besteht für alle Arbeitnehmer gleich. Sie greift auch, wenn der Betroffene aufgrund eines Arbeitsunfalles verstirbt; daraufhin wird an die Angehörigen ein Sterbegeld in Höhe eines Siebtels der Bezugsgröße ausgezahlt. Hierdurch können sich die Angehörigen darauf konzentrieren, die Bestattung zu planen, sie können Trauerkarten selbst gestalten & drucken und müssen sich nicht darum sorgen, dass ihre finanzielle Zukunft in kürzester Zeit zusammenbricht. Doch welche Arten von Schäden genau die gesetzliche Unfallversicherung eigentlich abdeckt, darüber wissen nur die Wenigsten Bescheid.

Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei sämtlichen Arbeitsunfällen, also allen Unfällen, die sich bei der Arbeit zutragen. Hierzu gehört auch zum Beispiel die Teilnahme an Betriebsausflügen. Doch auch der Arbeitsweg ist versichert: Die Versicherung zahlt auch bei Wegeunfällen. Dies sind Unfälle, die sich auf dem direkten Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause ereignen. Umwege sind nur versichert, wenn sie dazu dienen, Kinder während der Arbeitszeit unterzubringen, sie also beispielsweise zum Kindergarten zu bringen, oder bei Fahrgemeinschaften.

Auch bei Berufskrankheiten zahlt die gesetzliche Unfallversicherung: Hierzu gibt es eine Liste, die ständig auf den neuesten Stand gebracht wird und verrät, welche Erkrankungen durch den Beruf verursacht wurden. Hierzu zählen zum Beispiel Erkrankungen durch chemische Einwirkungen, so zum Beispiel eine Erkrankung durch Schwefelwasserstoff in Betrieben, welche mit chemischen Stoffen arbeiten. Weitere Erkrankungen, welche zu Berufskrankheiten zählen, sind:

  • Erkrankungen, die auf physische Einwirkungen zurückzuführen sind, also zum Beispiel Schädigungen durch Erschütterungen bei Arbeiten mit Druckluftwerkzeugen,
  • Infektionskrankheiten, zum Beispiel übertragen durch Tiere, mit denen gearbeitet wurde,
  • Erkrankungen der Atemsysteme, beispielsweise durch Feinstaubbelastung,
  • Hautkrankheiten, beispielsweise Hautkrebs durch Arbeit mit karzinogenen Substanzen.

Jedoch sind nicht nur Arbeitnehmer in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert, sondern auch Personen, die:

  • Im Interesse der Allgemeinheit tätig sind, also zum Beispiel freiwillige Helfer oder Zeugen vor Gericht,
  • Kinder in Kindertageseinrichtungen,
  • Schüler und Studierende in Schulen und Hochschulen,
  • Arbeitslose, welche die Arbeitsagentur aufsuchen,
  • ehrenamtliche Personen,
  • Personen, die sich im Krankenhaus aufhalten.

Die vollständige Liste befindet sich in §§ 2, 3 und 6 des SGB VII.

Die Leistungen umfassen alle Maßnahmen, die dazu dienen, den Betroffenen wieder in das Berufsleben einzugliedern, also zum Beispiel medizinische Rehabilitation, Lohnersatz oder, falls der alte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, eine Umschulung.