Kleinunternehmerregelung ab 2020

Ab 2020 wird die Umsatzgrenze, bis zu der ein Unternehmen die sog. Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen darf, von 17.500 Euro auf 22.000 Euro angehoben. So ist es im Dritten Bürokratieentlastungsgesetz („Drittes Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie“ – BEG III) festgelegt worden.

Die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG soll die Buchführung der Unternehmen vereinfachen. Es muss weder Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden noch eine Umsatzsteuervoranmeldung erfolgen. Voraussetzung ist, dass im vorangegangenen Kalenderjahr der Gesamtumsatz von 17.500 Euro nicht überstiegen worden ist, und voraussichtlich im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro nicht überschritten werden. Nun wird zum Jahreswechsel die Grenze für das vorangegangene Kalenderjahr von 17.500 auf 22.000 Euro heraufgesetzt.

Als steuerfrei gelten die Umsätze von Kleinunternehmern nicht, sondern es wird die fällige Umsatzsteuer aus Vereinfachungsgründen nicht erhoben. Entscheidet sich ein Unternehmer für die Regelung des § 19 UStG, hat er auf jeder Rechnung darauf hinzuweisen, dass die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen und berechnet wird. Verzichtet der Unternehmer auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 Abs. 2 UStG, ist er für fünf Kalenderjahre daran gebunden. Dagegen ist der Wechsel von der Kleinunternehmerregelung weg hin zur Regelbesteuerung immer möglich.

Neben dem Wahlrecht bezüglich der Anwendung der Kleinunternehmerregelung besteht auch bei der Krankenversicherung eine gewisse Wahlfreiheit:

Mit der Entscheidung zur Selbständigkeit geht auch die Entscheidung zur Wahl der Versicherungsform einher. Hier gilt es genaue Vergleiche zwischen der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Privaten Krankenversicherung zu ziehen. Eine allgemeingültige Wahlentscheidung für jeden Kleinunternehmer gibt es nicht. Vielmehr hat sich jeder eine für ihn speziell geeignete Krankenversicherung zu wählen.

Voraussetzung für die freie Wahl ist die selbständige Tätigkeit im Hauptgewerbe. Dabei dürfen die Kleinunternehmer das 55. Lebensjahr nicht überschritten haben, wenn sie von der bisherigen Privaten in die Gesetzliche Krankenkasse wechseln möchten.

Sowohl die Gesetzliche als auch die Private Versicherung können Vor- und Nachteile haben, je nachdem, welche Kriterien auf den Kleinunternehmer zutreffen. Existiert bereits eine Familie kann die Gesetzliche Krankenkasse mit der Familienversicherung die bessere Wahl sein, während für eine junge Einzelperson die Privatversicherung die vernünftigere Lösung sein kann, da hier die Beiträge nicht von den Einkünften abhängig sind. Besteht bereits eine Vorerkrankung kann die Entscheidung bereits wieder anders aussehen. Jedes individuelle Kriterium hat daher Einfluss auf die Wahl der Krankenversicherung.  Aus diesem Grund sollte jeder Kleinunternehmer vor seiner Entscheidung die Vor- und Nachteile der Gesetzlichen und der Privaten Krankenversicherung genau abwägen und die für ihn individuell passende Wahl treffen.