Künstler und Publizisten: Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse

Wer in Deutschland selbstständig tätig ist, muss sich selbst versichern und auch die Beiträge für die Kranken- und Rentenversicherung selbst tragen, denn es gibt keinen Arbeitgeber, der diese übernimmt. Besonders Berufsanfänger und Freiberufler stellt dies häufig vor eine große Hürde, da die Beiträge im Vergleich zu den Einnahmen sehr hoch ausfallen können. Selbstständige, die eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit ausüben, haben die Pflicht, sich bei der Künstlersozialkasse anzumelden. Diese übernimmt die Hälfte der anfallenden Beiträge und stellt so sicher, dass auch selbstständige Künstler in Deutschland die Vorteile der Sozialversicherung ähnlich wie Angestellte genießen können. Sie ist selbst keine Versicherung, sondern ein Leistungsträger, der sich auf die soziale Absicherung von künstlerisch Tätigen spezialisiert hat.

Voraussetzung für eine Aufnahme in die KSK ist nach § 1 Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) die dauerhafte erwerbsmäßige Tätigkeit als Künstler oder Publizist zwecks Erzielens eines regelmäßigen Einkommens zum Bestreiten des Lebensunterhalts. Als Künstler gelten Personen, die selbstständig bildende oder darstellende Kunst oder Musik erschafft oder lehrt. Publizisten sind Schriftsteller, Journalisten und vergleichbare Berufsbereiche. Um in die KSK aufgenommen zu werden, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. In diesem weist der Antragsteller nach, dass er seine Tätigkeit selbstständig und gewerblich ausübt und damit entsprechendes Einkommen erzielt. Die Einkommensuntergrenze liegt bei 3.900 Euro jährlich bzw. bei 325 Euro monatlich. Für Berufsanfänger gelten diese Grenzen für die ersten drei Jahre ihrer Tätigkeit nicht: Sie werden auch bei einem geringeren Jahreseinkommen durch die KSK versichert.

Bei der Antragsstellung muss der Selbstständige anhand entsprechender Unterlagen beweisen, dass er durch seine Tätigkeit als Künstler oder Publizist seinen Lebensunterhalt bestreitet und die Einkommensgrenze erreicht. Dies kann anhand von Arbeitsverträgen, Rechnungen, Kontoauszügen und weiteren Dokumenten geschehen, die Auskunft darüber geben, ob und wie viel Einkommen erzielt wird. Die Höhe des jährlichen Verdienstes legt auch fest, wie hoch die bei der KSK zu entrichteten Beiträge pro Monat ausfallen. Zum Ende eines jeden Kalenderjahres müssen alle Versicherten daher ihr Einkommen für das nächste Jahr schätzen. Auf Grundlage dieser Schätzung wird die Beitragshöhe jedes Jahr neu festgelegt.

Auch E-Mail-Verkehr mit Auftraggebern und Marketing-Tools können als Beweise für eine künstlerisch-publizistische Tätigkeit eingereicht werden. Lassen Sie etwa Broschüren drucken, um für sich zu werben, können Sie diese mit dem Antrag mitschicken. Möchten Sie Prospekte oder Broschüren drucken lassen, lassen sich diese als effektive Marketingmaßnahmen nutzen. Broschüren erstellen und Prospekte drucken lässt sich im Internet zu günstigen Preisen bewerkstelligen. Nach Einreichen des Antrags bei der KSK erhalten Sie binnen vier Wochen Bescheid über eine Aufnahme oder eine Ablehnung.