Wann besteht Anspruch auf einen Schulbegleiter?

Die Schulzeit gehört zu den wichtigsten Lebensabschnitten der meisten Menschen. Das gilt einerseits auf emotionaler und persönlicher Ebene – viele Kinder und Jugendliche bilden ihre Sozialkompetenzen im Austausch mit ihren Mitschülern und Lehrern aus. Somit haben sie später auch viele wichtige Erinnerungen an diese Zeit.

Aber es gibt noch eine zweite Ebene: den Leistungsfaktor. Denn eine gute Schulleistung legt zum einen die Grundlage für Wissen, durch Noten aber auch für den weiteren Weg in der Berufswelt. Für Kinder mit körperlicher oder geistiger Behinderung kann die Schulzeit allerdings eine besondere Herausforderung sein. In diesem Fall kommen Schulbegleiter ins Spiel, die die Kinder unterstützen.

Anspruch auf einen Schulbegleiter

Beim Sozial- beziehungsweise Jugendamt können Eltern einen Antrag auf Schulbegleitung einreichen. Dabei gibt es einiges zu beachten, was Eltern immer wieder vor Probleme stellt. Das geht schon damit los, dass ein persönliches Gespräch mit einem zuständigen Sachbearbeiter geführt werden sollte – denn unter Umständen unterscheiden sich zwischen den Ämtern Formulare oder Nachweispflichten.

Um einen Antrag auf Schulbegleitung bewilligt zu bekommen, braucht es unter anderem eine Stellungnahme der Eltern und der Schule. Grundlage ist jedoch ein ärztliches Gutachten (auch: kinder- oder jugendpsychiatrisches Gutachten). Ob und in welcher Form die Schulbegleitung genehmigt wird, ist über das Recht der Eingliederungshilfe (Bundesteilhabegesetz) geregelt.

Kommt es zu einer Bewilligung des Antrags, wird die Schulbegleitung beispielsweise durch einen Verein umgesetzt, der sich auf Kinder und Jugendliche mit Behinderung spezialisiert hat. Vereine wie hilf-ev.de können kontaktiert werden – eine umfangreiche und individuelle Beratung gehört dazu.

Das macht ein Schulbegleiter

Die Aufgaben, die durch einen Schulbegleiter übernommen werden, orientieren sich am Bedarf. Einige Kinder brauchen lediglich eine kleine Starthilfe im Schulalltag. Ihnen werden wichtige Tipps gegeben und sie bekommen durch den Schulbegleiter eine gewisse Sicherheit. In manchen Fällen ist aber auch eine umfangreichere Betreuung nötig.

Einige Aufgaben, die ein Schulbegleiter übernehmen kann:

  • Aufsichtspflicht beim Verlassen des Klassenzimmers
  • Kommunikationshilfe für Kinder und Jugendliche mit Autismus
  • Umgang mit Regeln besprechen
  • Stressbewältigung
  • emotionaler Beistand

Aktuell übersteigt der Bedarf an Schulbegleitern meist das Angebot. Deshalb kann die Antragstellung schon mal längere Zeit in Anspruch nehmen. Hinzu kommt, dass es immer wieder Streitigkeiten bezüglich der Finanzierung gibt. In den meisten Fällen müssen die Eltern die Kosten selbst tragen. Es gibt aber auch Ausnahmen, wenn zum Beispiel die Krankenkasse einspringt oder ein Anspruch auf Sozialhilfeleistungen besteht. Eine ausführliche Beratung durch einen Verein für Schulbegleitung oder auch durch einen Anwalt für Sozialrecht kann unter Umständen sinnvoll sein, wenn die Finanzierungsfrage nicht eindeutig geklärt ist.

Der Beruf des Schulbegleiters

Als Schulbegleiter zu arbeiten, ist nicht für alle Menschen eine Option. Die Vereine achten sehr genau darauf, ausschließlich Menschen einzustellen, die entsprechende Sozialkompetenzen mitbringen. Es gibt zwar keine einheitliche Regelung der Ausbildung zum Schulbegleiter, doch ein Interesse an der Arbeit mit Kindern ist eine Grundvoraussetzung.

Besonders attraktiv ist der Job für Quereinsteiger aus einem anderen Bereich der sozialen Berufe. Aber auch angehende Lehrer oder Menschen aus dem Bereich der Pflege finden häufig ihren Weg zum Job des Schulbegleiters. Gerne gesehen sind auch junge Menschen, die nach dem Schulabschluss ein soziales Jahr einlegen wollen. Alternative Berufsbezeichnungen: Integrationshelfer oder Schulassistenten.